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FOTOGRAFIE ALS INSTRUMENT UND MEDIUM DER KUNSTGESCHICHTE
Fototheken sahen bis vor kurzem ihre Hauptrolle darin, Fotografien als Arbeitsinstrumente zur Verfügung zu stellen, hatten jedoch am Foto als Objekt kein ausgeprägtes Interesse. Erst seit wenigen Jahren haben die Wissenschaftler die Dokumentarfotografie als eigenen Forschungsgegenstand entdeckt. Fotosammlungen wie die Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz, die von großer historischer Kontinuität charakterisiert sind, stellen Orte der Forschung dar, an denen Wissenschaftler sowohl mit den Fotografien als Werkzeug der Kunstgeschichte, als auch über die Fotografien als Gegenstand kunst-, kulturhistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Forschung arbeiten können.
In ihrer Ganzheit und unangetasteten Materialität sind diese Fotoarchive selbst wissenschaftshistorische Ensembles, die neue Fragestellungen generieren können. Davon ausgehend hat die Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz eine Reihe an wissenschaftlichen Initiativen eingeleitet (Vortragsreihen, Publikationen, Seminare, Tagungen). Dabei knüpft sie an den wissenschaftsgeschichtlichen Schwerpunkt, der sich seit einigen Jahren in der internationalen historischen und kunsthistorischen Forschung etabliert hat.
Die Untersuchung der Auswirkungen reproduktions- und visualisierungstechnischer Entwicklungen auf kunsthistorische Methoden und Fragestellungen soll bis zu den aktuellsten technischen Entwicklungen reichen. Denn die rasante Entwicklung digitaler Technologien hat in der bildgestützten Forschung zu einem Paradigmenwechsel geführt, der in seinen inhaltlichen und methodischen Konsequenzen mit der Einführung der Fotografie im 19. Jahrhundert vergleichbar ist.
Aus einer ersten Vortragsreihe mit Publikation ('Fotografie als Instrument und Medium der Kunstgeschichte', hrsg. von Costanza Caraffa, I Mandorli 9, Berlin [u.a.] 2009) wurde eine Tagungsreihe zum Thema der Fotoarchive konzipiert. Die ersten beiden Tagungen, 'Photographic Archives and the Photographic Memory of Art History I-II', fanden am Kunsthistorischen Institut in Florenz und am Courtauld Institute of Art in London statt (London, 16.-17. Juni 2009; Florenz, 29.-31. Oktober 2009). Die Ergebnisse sind in dem gleichnamigen Band veröffentlicht. Es folgte 'Photo Archives III. Hidden Archives' in New York am Institute of Fine Arts (25.-26. März 2011). Die Initiative wurde mit 'Photo Archives IV. The Photographic Archive and the Idea of Nation' in Florenz vom 27.-28. Oktober 2011 fortgesetzt.



 



Photo Archives and the Photographic Memory of Art History, hrsg. von Costanza Caraffa, Berlin [u.a.] 2011

Internationale Tagung "Photo Archives - Part I" (London, 16 - 17 June 2009)

Internationale Tagung "Photo Archives - Part II" (Firenze, 29 - 31 October 2009)

Internationale Tagung "Photo Archives - Part III" (New York, 24 - 26 March 2011)

Internationale Tagung "Photo Archives - Part IV" (Firenze, 27 - 29 October 2011)
 
CIMELIA PHOTOGRAPHICA
Gerade im Zeitalter umgreifender Digitalisierung ist das allgemeine Interesse an originalem Bildmaterial gewachsen – auch und gerade an solchem, das zu rein wissenschaftlichen Zwecken produziert und gesammelt wurde. Hieraus entstand innerhalb kurzer Zeit ein wissenschaftsgeschichtlich orientierter, von der Fotografie als Kunstform unabhängiger Forschungszweig. Erkannt wurde vor allem der über ihre dokumentarische Intention weit hinausreichende Quellenwert historischer Fotografien vor 1900, die damit von Werkzeugen zu Objekten der Forschung aufrücken. Mit dem Projekt "Cimelia Photographica" ist die systematische Aufarbeitung unseres bedeutenden historischen Bestandes zu einem Schwerpunkt der Phototheksarbeit geworden. Hierzu gehört die hochauflösende Digitalisierung des auf dem Fotokarton montierten Fotos mit sämtlichen Beschriftungen. So werden nicht nur die Fotografien selbst erfasst, sondern auch jene Spuren, welche ihre Archivierungsgeschichte dort hinterlassen hat. Eine erste Auswahl an Aufnahmen aus den Jahren 1850-1900 wird in einer Online-Ausstellung präsentiert (s. http://expo.khi.fi.it/galerie/cimelia).


 



 
Online-Ausstellung
Einen privilegierten Zugang auf Bestände der Photothek eröffnen die Online-Ausstellungen, die seit November 2006 regelmäßig präsentiert werden. Die Online-Ausstellungen werden speziell für das Medium Internet konzipiert und nutzen die Möglichkeiten virtueller Präsentationen in konsequenter Weise. Sie bieten einen Einblick in die Tätigkeitsfelder der Photothek sowie in ihre wissenschaftsgeschichtlich bedeutsame Sammlung. Damit setzt die Photothek gezielt thematische Akzente, informiert die Fachwelt über neue Fotokampagnen und aktuelle Forschungsvorhaben am Institut und sensibilisiert die breitere Öffentlichkeit für die Bedeutung der Fotografie in Hinblick auf die Konservierung des gefährdeten Kulturerbes.


 



http://expo.khi.fi.it/galerie
 
DRUCKGRAPHIK
Die Druckgraphiksammlung der Photothek geht auf die frühe Geschichte des Hauses zurück, als neben Fotos auch Stiche und Drucke immer noch als gängiges Studienmaterial für die kunsthistorische Forschung dienten. Die 1076 Blätter (darunter eine bemerkenswerte Sammlung Florentiner Ansichten) wurden vollständig digitalisiert und sind in der Digitalen Photothek zugänglich (s. http://photothek.khi.fi.it).  


   
Cenobium
Das Projekt verfolgt das Ziel, romanische Kreuzgangkapitelle für unterschiedliche Fragestellungen der Forschung, Denkmalpflege und Lehre unter Verwendung von digitalen Fotografien, 3D-Modellen und einer interaktiven Computeranwendung virtuell zugänglich zu machen. Zum einen werden die Kapitelle dabei in ihrem architektonischen und historischen Zusammenhang präsentiert, zum anderen dient das Projekt der Untersuchung des künstlerischen Austauschs und der künstlerischen Kooperationen im Mittelmeerraum des 12. und 13. Jahrhunderts. Nachdem sich CENOBIUM zunächst auf die Kreuzgänge von Monreale und Cefalù auf Sizilien sowie auf die Kapitelle von Sant'Orso in Aosta als die bedeutendsten Zyklen historisierter Kapitellplastik in Italien konzentrierte, werden nun weitere Kampagnen in Spanien realisiert.
Die Photothek arbeitet bei diesem Projekt mit der Direktion Wolf zusammen (s. http://www.khi.fi.it/forschung/ projekte/projekte/projekt6/index.html).



 



http://cenobium.isti.cnr.it
 
FIRENZE CITTÀ NOBILISSIMA - Topographie und Repräsentation
Die Photothek arbeitet bei diesem Projekt mit der Bibliothek zusammen.

STEMMARIO - Wappen Florentiner Familien, Kirchen, Bruderschaften und Hospitäler
Die Photothek arbeitet bei diesem Projekt mit der Bibliothek zusammen.



   
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